Die Geschichte der Burg und Herrschaft Frankenstein

Familienhistorie der Freiherren von und zu Franckenstein war Thema des aktuellen Stammtisches der Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V.

 

FRANKENSTEIN/ Die Geschichte der Burg und Herrschaft Frankenstein, sowie die Familienhistorie der Freiherren von und zu Franckenstein war Thema des aktuellen Stammtisches der Bezirksgruppe Odenwald der Hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung e.V. (HfV). Mit dem Vorsitzenden der Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein e.V. – Herrn Dr. Erich Kraft – konnte ein hochkarätiger Referent gefunden werden, der die Gruppe gleichsam durch die Jahrhunderte führte. Wahrscheinlich um
1240 erbaute Konrad II. Reiz von Breuberg die Burg Frankenstein und benannte sich fortan nach ihr. Durch Heirat mit Elisabeth von Weiterstadt war er an weitere Besitztümer im Vorderen Odenwald, der Bergstraße und dem Ried gelangt und schuf sich mit der Burg auf dem 370 m hohen Ausläufer des Langenbergs das Zentrum seines neuen Territoriums.
Die reichsunmittelbare Herrschaft Franckenstein umfasste Eberstadt, Nieder-Beerbach, Ober-Beerbach, Schmal-Beerbach, Stettbach, Allertshofen, Bobstadt, Ockstadt in der Wetterau sowie Teile Weiterstadts. Darüber hinaus besaßen die Franckensteiner weitere Besitz- und Herrenrechte, die sie vor allem durch eine geschickte Heiratspolitik erwarben. Aufgrund von Streitigkeiten mit den Landgrafen von Hessen, vor allem wegen der Weigerung der Freiherren die Lutherische Lehre anzunehmen, kam es nach einer Reihe von Prozessen vor dem Reichskammergericht im Jahre 1662 zum Verkauf der Herrschaft an die Landgrafen. Diese ließen die Anlage aufgrund von Geldmangel und Desinteresse verfallen. Erst die Burgenromantik des frühen 19.
Jahrhunderts ließ Großherzog Ludwig III. seine Burgruine vor den Toren Eberstadts in den Blick nehmen. Er veranlasste die Sicherung und Restaurierung der noch vorhandenen Gebäude. Dabei ging man jedoch nicht sehr wissenschaftlich vor, zerstörte weiter Teile der noch erhaltenen Substanz und schuf mit den beiden Türmen auch fehlerhafte Rekonstruktionen. Die Gründerfamilie von und zu Franckenstein fühlt sich noch heute mit ihrem Herkunftsort verbunden. Auch wenn das Oberhaupt der Franckensteiner heute in Ullstadt in Mittelfranken lebt, stehen sie doch in regem Austausch mit dem Eberstädter Geschichtsverein und nehmen durch Besuche auch regen Anteil am Geschehen rund um die Burgruine. Die Anwesenden dankten Dr. Kraft für seine kurzweiligen Ausführungen, der nächste Stammtisch findet im August in Reichelsheim statt. Themen sind dort „Reichelsheimer Wirtschaftsgeschichten unter familiengeschichtlichen Aspekten“ ein Vortrag von Wolfgang Kalberlah und Claudia Kusch referiert über die „Glocke Gloria Dei“ in der Michaelskirche. (Thomas Krämer, Andreas Stephan und Holger Weber, Hessische Familiengeschichtliche Vereinigung, Bezirksgruppe Odenwald, Telefon: 0 60 66-1040, Email: holger@weber-vielbrunn.de

 

REFERENT Dr. ERICH KRAFT, der Vorsitzende des Geschichtsvereins Eberstadt-Frankenstein e.V., führte die Gruppe durch die Jahrhunderte. Nächster Stammtisch ist im August 2019.